Interview mit Luis aus der Kenia AG

Frage 1: Wenn du an den Besuch der kenianischen Gruppe im Herbst 2023 denkst, was kommt dir als erstes in den Sinn?

Luis: Mein Gastschüler hat mir und meiner Familie viel über Kenia erzählt. Er war von Anfang sehr offen und teilte viel von seinem Leben mit uns. Er erzählte, dass seine Eltern vier Stunden von der Schule entfernt wohnen. Deshalb wohnt er gemeinsam mit seiner älteren Schwester näher an der Schule. Trotzdem muss er jeden Morgen 40 Minuten zur Schule laufen. Das finde ich eindrucksvoll, besonders wenn ich bedenke, dass mein Schulweg nur 10-15 Minuten zu Fuß ist. Das ist eine von vielen Sachen, die mich meine eigene Lebensweise in Frage stellen ließ.

 

Frage 2: Fällt dir eine Situation oder eine Aktion ein, bei der deutsche und kenianische Schülerinnen und Schüler besonders zusammen Spaß hatten? Was habt ihr gemacht?

Luis: Besonders viel Spaß hatten wir, als wir gemeinsam gekocht haben. Wir haben am Freitag am letzten Tag vor der Abreise in den Hauswirtschaftsräumen am Standort Borgholzhausen gemeinsam Tschapati gekocht. Tschapati ist ein dünnes kenianisches Fladenbrot. Dazu gab es eine Suppe mit Kartoffeln und Möhren. Bei dem Kochen, dem Aufräumen und natürlich auch dem Essen hatten wir viel Spaß zusammen.

 

Frage 3: Wobei habt ihr besonders gut zusammengearbeitet?

Luis: Bei der Baumpflanzaktion, denn das Bäume pflanzen ist ein zentraler Bestandteil unserer Partnerschaft. Es kamen nämlich nicht nur Schüler:innen und Lehrer:innen unserer Partnerschule nach Deutschland, sondern auch zwei Mitglieder der Friends of Kinangop, einer Umweltorganisation, die sich mit Biodiversität und Erhaltung der Artenvielfalt in Kenia beschäftigt. Bereits bei den letzten Incomings und Outgoings wurden gemeinsam Bäume gepflanzt. Durch die Aktion sind wir als Gruppe zusammengewachsen und konnten unseren Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten. So helfen wir nicht zuletzt auch unserer regionalen Artenvielfalt. Während der Aktion bot sich für die deutschen und kenianischen Schüler:innen einmal mehr die Möglichkeit sich weiter auszutauschen. Wir unterhielten uns über Musikinteressen und die Kenianer:innen erhielten dank der Försterin die Möglichkeit lokales Obst wie Äpfel und Blaubeeren zu probieren.

 

Frage 4: Warum bist du seit Jahren in der Kenia AG aktiv dabei? 

Luis: Die Kenia AG hat mir seit der achten Klasse die Möglichkeit geboten mit anderen engagierten Schülern:innen und Lehrern:innen zusammen zu arbeiten. Ich interessierte mich schon immer für andere Kulturen. Hier traf ich endlich auf Menschen mit dem gleichen Interesse. Ich finde es bis heute erfüllend an diesem globalen Lernen auf Augenhöhe teilnehmen zu dürfen. Durch den Austausch mit Menschen aus anderen Kulturkreisen fängt man an eine kritische Sichtweise auf sein eigenes Leben und den eigenen Lebensstil zu erlangen. Bei mir ist vor allem im Incoming der wertschätzende Umgang mit Ressourcen hängen geblieben, von dem ich versuche etwas in das alltägliche Leben mitzunehmen.

Danke Luis für das sehr interessante Interview mit dir.